DER WETTBEWERB

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige für die Alpenregion: Rund 40% der Alpengemeinden sind auf Fremdenverkehr und Tourismus angewiesen. Die einmaligen Landschaften und das vielfältige Natur- und Kulturangebot ziehen jährlich Millionen Tourist*innen an.

Gleichzeitig sind die Alpen in besonderem Maße von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: So steigen die Temperaturen hier fast doppelt so schnell wie im Rest der nördlichen Hemisphäre. Es besteht großer Handlungsbedarf, um die Alpen als einzigartige Natur- und Kulturlandschaft zu erhalten.

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GROßER HANDLUNGSBEDARF

Die Temperaturen steigen hier fast doppelt so schnell wie im Rest der nördlichen Hemisphäre. Der Temperaturanstieg von rund 2°C gegenüber der vorindustriellen Zeit wirkt sich bereits heute spürbar auf die alpine Umwelt aus.

Es gilt daher, nachhaltige Tourismusangebote zu entwickeln, bei denen das Erleben und der Schutz von Klima und Umwelt im Vordergrund stehen. Tourismus-Betriebe können auf diese Weise einen wertvollen Beitrag zum Erhalt von Artenvielfalt, zum schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen und zum Schutz des Klimas leisten.

Die Entwicklung eines zukunftsfähigen Tourismus ist eines von vielen Handlungsfeldern der Klimaschutzaktivitäten in den Alpen. Hier finden Sie die Klimaziele der Alpenkonvention für 2050 sowie die kurz- und mittelfristig angestrebten Aktivitäten.

Die Auszeichnung unseres Engagements hin zu einem nachhaltigen Hüttenbetrieb im Rahmen des Clima-Host Wettbewerb hat uns in unserem Weg nochmals bestätigt und enorm viel positive Resonanz hervorgerufen.

Thomas GesellHüttenreferent DAV Sektion München, Betreiber der Höllentalangerhütte, Gewinner Sonderpreis Hütten

Wir brauchen ein neues Umweltbewusstsein auf globaler Ebene. Darüber wollen wir auch unsere Gäste aus der ganzen Welt aufklären. Sie können nicht ohne die Natur existieren. Sie sind keine separate Existenz. Die Natur zu respektieren bedeutet, die Essenz des Lebens zu respektieren.

Roland DemetzMountain Design Hotel EdenSelva

Klimaschutz ist für mich kein Marketing, sondern eine Lebenseinstellung.
Der Gewinner des Climahost Wettbewerbs zu sein, gibt uns Bestätigung.

Ingo Theinertheiner’s garten, Das Biorefugium

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Engagement sichtbar machen

Der ClimaHost Wettbewerb möchte Beherbergungsbetriebe unterstützen, die vorbildliche Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt haben und zu einem nachhaltigen Tourismusangebot in der Alpenregion beitragen.

BROSCHÜRE: ZUSAMMENFASSUNG CLIMAHOST 2019 DOWNLOAD

Kategorien

Sie können sich in den folgenden drei Kategorien bewerben

Neubau

Wer neu baut hat die Möglichkeit, Klima- und Ressourcenschutz von Beginn an mitzudenken. Das bietet Raum für Innovationen und den Einsatz neuster, energiesparender Technik. Konzepte für die Stromproduktion am Standort können von Vornherein eingeplant werden und die vorhandenen Wärmequellen effizient erschlossen werden. Ein schonender Umgang mit der umgebenden Natur und eine nachhaltige Nutzung der vorhandenen Bodenfläche sind dabei ebenso zu beachten. Alle Beherbergungsbetriebe, bei denen mehr als 50% der Nutzfläche ab dem Jahr 2011 gebaut wurden, können sich in der ClimaHost Kategorie „Neubau“ bewerben. In dieser Kategorie werden zwei Preise vergeben.

Bestand

Energie- und Klimaschutzmaßnahmen in bestehenden Gebäuden sind extrem wichtig, um CO2-Emissionen zu reduzieren. Die energetische Aufwertung von Bestandsgebäuden hilft dabei, ihre Lebens- und Nutzungsdauer zu verlängern und dadurch weitere Versiegelung von Bodenfläche zu vermeiden. Gleichzeitig ist es oftmals schwieriger und mit höherem Aufwand verbunden, Energieeffizienz- und Klimaschutzmaßnahmen in Bestandsgebäude umzusetzen. Deswegen können sich alle Betriebe, bei denen mehr als 50% der Nutzfläche vor 2011 gebaut wurden, in der ClimaHost Kategorie „Bestand“ bewerben. In dieser Kategorie werden zwei Preise vergeben.

Sonderpreis "Local Hero"

Der Sonderpreis „Local Hero“ für Kleinstbetriebe richtet sich an Beherbergungsbetriebe mit maximal 10 Beschäftigten. Dass auch kleine Betriebe einen großen Unterschied bewirken können, möchten wir mit dieser Kategorie wertschätzen. Um ein hervorragendes Beispiel im Klimaschutz zu sein, sind keine 4 Sterne notwendig. Gerade auf der lokalen Ebene sind diese engagierten Betriebe Vorreiter und Vorbild für ihre Region.

Bewertung

Der ClimaHost-Wettbewerb hat eine ganzheitliche Perspektive auf die Nachhaltigkeit touristischer Angebote und umfasst die Dimensionen Umwelt & Klima, Mobilität, Einkauf & Beschaffung, Management & Kommunikation sowie soziokulturelle Faktoren.

Maßnahmen mit großem Treibhausgas-Minderungspotenzial, zum Beispiel energetische Modernisierungen oder der Einsatz innovativer Technologien, werden am stärksten gewichtet.

Zugleich werden aber auch Betriebe ausgezeichnet, die abseits umfangreicher Modernisierungen oder Sanierungen konsequent auf Klimaschutz setzen, zum Beispiel durch nachhaltige Beschaffung oder die Sensibilisierung von Mitarbeitenden und/oder Gästen für Klimaschutzbelange.

Wichtig für die Entscheidung der Jury sind ein stimmiges Gesamtkonzept, Innovationsgehalt der Maßnahmen und die Möglichkeit der Übertragbarkeit auf andere Betriebe.

Bewertungskriterien

im Überblick

Umwelt und Klima

Energie | Abfallmanagement | Wassermanagement | Innovation

Mobilität

Nachhaltige Mobilitätsangebote | ÖPNV-Anbindung | Fahrzeugflotte

Einkauf und Beschaffung

Fair Trade | Nachhaltige Produkte | Circular Economy

Management und Kommunikation

Energie- und Umweltmanagement | Kommunikation | CO2-Kompensation

Soziokulturelle Nachhaltigkeit und Standort

Architektur & Planung | Erhaltung und Förderung des kulturellen Erbes | Unterstützung der lokalen Gemeinschaft

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Die Jury

Pier Paolo Mariotti

Geboren im Herzen der Alpen, arbeitete Pier Paolo Mariotti früher als Fotojournalist und reiste ausgiebig in Südostasien. Er ist heute Leiter des Meeting Managements im EURAC Research Forschungszentraum und im Nature of Innovation Technology Park Convention Center in Bozen tätig. Als ehemaliges Mitglied des nationalen Komitees "Italia for Events" für die internationale Förderung der italienischen Meeting- und Tourismusbranche und Mitglied des internationalen APEX-Komitees für grüne Meetings und Events, ist er ein Experte für nachhaltige Veranstaltungen.

Anton Barckhausen

Anton Barckhausen leitet das Energieprogramm bei adelphi. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Energie und Energieeffizienz. In seiner Arbeit widmet sich der Ingenieur für Energie- und Verfahrenstechnik insbesondere der Entwicklung marktgerechter Instrumente zur Steigerung der Energieeffizienz und berücksichtigt dabei sowohl technische als auch politische und finanzielle Aspekte. Er ist davon überzeugt, dass nicht der Einzelne oder der Staat gefordert ist der Klimakrise zu begegnen, sondern dies nur durch Beteiligung aller zu schaffen ist.

Stefanie Bauer

Stefanie Bauer, Mitarbeiterin Gemeindenetzwerk „Allianz in den Alpen“, überträgt die Grundsätze der Alpenkonvention im Rahmen ihrer Arbeit mit den Mitgliedsgemeinden auf die lokale Ebene und setzt sie in Projekten, Workshops und Veranstaltungen um. Der Austausch unter den Gemeinden ist der Schlüssel ihrer Arbeit. Klimaschutz und eine nachhaltige Tourismusentwicklung in den Alpen sind für das Gemeindenetzwerk von zentraler Bedeutung. Der ClimaHost Wettbewerb ist eine tolle Möglichkeit, nachhaltig agierende Tourismusbetriebe wertzuschätzen.

Christian Baumgartner

Christian Baumgartner, Vizepräsident der CIPRA International und Professor für Nachhaltigen Tourismus an der Fachhochschule Graubünden (CH) - ist sich sicher, dass der Klimawandel die nächste große, globale Herausforderung darstellt. Und möchte mit seiner ganzen Arbeit touristischen Betrieben und Destinationen helfen, hier neue Wege zu gehen. Dazu gehört auch, gute Beispiele vor den Vorhang zu holen.

Karmen Špenga

Karmen Špenga arbeitet im Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Technologie in Slowenien und ist Mitglied der Koordinationsgruppe zur Umsetzung der Alpenkonvention im slowenischen Tourismus. Der Tourismus in Slowenien basiert auf der Förderung von Synergien zwischen Natur, Kulturerbe und regionaler und lokaler Entwicklung. Mit der Tourismusentwicklungsstrategie strebt Slowenien an, die Tourismusentwicklungspolitik so weit wie möglich nach den Grundsätzen der nachhaltigen Entwicklung umzusetzen, mit dem Ziel, zum Wirtschaftswachstum und zur Erhöhung des sozialen Wohlstands beizutragen.

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Preisverleihung

Die Finalist*innen bekommen jeweils ein professionelles Imagevideo, in dem sie selbst, ihre Betriebe und ihre herausragenden Klimaschutzmaßnahmen präsentiert werden. Die Imagevideos können von den Gewinner*innen für eigene Marketingzwecke verwendet werden. Darüber hinaus erhalten die Finalist*innen Awards, die Sie in ihrem Betrieb ausstellen können.

Die feierliche Preisverleihung findet voraussichtlich im Rahmen der Alpenkonferenz im Herbst 2022 in Brig (CH) statt.

Wie ist der Wettbewerb organisiert?

Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Der ClimaHost Wettbewerb wird durchgeführt von adelphi in enger Kooperation mit der Alpenkonvention. Gefördert wird der Wettbewerb vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).

Alpenkonvention

Die Alpenkonvention ist ein internationales Abkommen zwischen den Alpenländern Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Monaco, Österreich, Schweiz und Slowenien sowie der EU für eine nachhaltige Entwicklung und den Schutz der Alpen. Der Klimaschutz ist einer ihrer wichtigsten Arbeitsbereiche. Die Alpenkonvention ist Unterstützerin des Klimaschutzwettbewerbs ClimaHost.

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adelphi

adelphi ist eine unabhängige Denkfabrik und Beratungseinrichtung für Klima, Umwelt und nachhaltige Entwicklung mit Sitz in Berlin. Ihr Auftrag ist die Stärkung von Global Governance durch Forschung, Beratung und Dialog. adelphi führt den ClimaHost Wettbewerb im Rahmen der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI) des BMU durch.

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BMU

Deutschland, vertreten durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, ist Vertragspartei der Alpenkonvention. Das BMU fördert den ClimaHost Wettbewerb im Rahmen der Europäischen Klimaschutzinitiative (EUKI).

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Mit dem Anstieg der Temperatur nimmt das Risiko von Naturgefahren zu und die Lebensräume einheimischer Tier- und Pflanzenarten gehen zurück.

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